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Medikamentöse Behandlung

Medikamentöse Behandlung

Wenn Sie lieber mit Medikamenten als mit Psychotherapie behandelt werden wollen oder Psychotherapie bei Ihnen nicht gewirkt hat, kommen folgende Medikamente infrage:

Mittel der ersten Wahl bei der generalisierten Angststörung sind entweder sogenannte selektive Serotonin-Wiederaufnahmenehmmer (SSRI) oder selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI).

Weitere Informationen zu SSRI und SRNI

SSRI und SRNI gehören zur Gruppe der Antidepressiva. Das bedeutet aber nicht, dass Sie – wenn Sie damit behandelt werden – auch gleichzeitig eine Depression haben. Es hängt damit zusammen, dass bei Angst und Depressionen ähnliche Botenstoffe im Gehirn beteiligt sind. Deshalb wirken diese Medikamente bei beiden Erkrankungen.

Es dauert meist ca. 2 Wochen bis diese Medikamente bei der generalisierten Angststörung wirken. Um Rückfälle zu vermeiden, sollten sie mindestens 6-12 Monate, am besten 1-2 Jahre eingenommen werden.

SSRI wirken auf den Botenstoff Serotonin und haben meist wenige Nebenwirkungen. Die Wirkstoffe Paroxetin und Escitalopram haben sich als wirksam für die Behandlung der generalisierten Angststörung erwiesen und sind dafür zugelassen.

SNRI wirken neben Serotonin auch auf den Botenstoff Noradrenalin. Diese Medikamente müssen beim Absetzen langsam „ausgeschlichen“ werden, da es sonst zu stärkeren Nebenwirkungen kommen kann. Die Substanzen Venlafaxin und Duloxetin sind hier für die Behandlung der generalisierten Angststörung zugelassen.

Weitere Medikamente

Wirken weder SSRI noch SRNI, kann Ihnen das Antikonvulsivum Pregabalin verschrieben werden. Pregabalin ist ebenfalls wirksam, zeigte seine Wirksamkeit in einigen Untersuchungen sogar schon in der ersten Woche der Einnahme. Pregabalin ist jedoch mit einem höheren Nebenwirkungsrisiko (z.B. Benommenheit, Gefahr von Missbrauch, besonders bei suchtgefährdeten Patienten) verbunden, daher sind SSRI und SNRI die Medikamentengruppen der ersten Wahl.

Wenn weder SSRI, SNRI noch Pregabalin wirksam waren oder nicht vertragen wurden, können Ihnen auch die Substanzen Buspiron oder Opipramol angeboten werden.

Weitere Medikamente, die zwar ihre Wirksamkeit für die generalisierte Angststörung nachweisen konnten, die jedoch in Deutschland nicht offiziell für die Behandlung der generalisierten Angststörung zugelassen sind, sind das trizyklische Antidepressivum Imipramin und das Antipsychotikum Quetiapin. Diese Medikamente sollten nur angeboten werden, wenn SSRI, SNRI und Pregabalin nicht gewirkt haben oder nicht vertragen wurden.#

Wichtig: Viele Ärzte verschreiben bei Ängsten zunächst Beruhigungsmittel (sogenannte Benzodiazepine). Diese reduzieren Ängste sehr schnell, können aber abhängig machen und werden daher nicht empfohlen. Sie sollten nur in Ausnahmefällen (z.B. bei schweren Herzerkrankungen, wenn Standardmedikamente nicht geeignet sind oder bei Suizidalität) und nur für kurze Zeit (nicht länger als vier Wochen) verordnet werden.

„Medikamente können ermöglichen, dass der sich ewig wiederholende Gedankenkreislauf erstmal gestoppt wird. Die innere Anspannung lässt nach und das ermöglicht, dass man wieder in der Lage ist, sein Leben in die Hand zu nehmen, aktiv zu werden, sich Hilfe zu suchen oder überhaupt das Haus zu verlassen, was man vorher gar nicht mehr konnte vor lauter Ängsten.“

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