Viele Menschen mit chronischen (= langanhaltenden Depressionen) sprechen auf psychotherapeutische und medikamentöse Therapieversuche nicht an.

In der von James McCullough entwickelten spezifischen und strukturierten Psychotherapie zur Behandlung chronischer Depressionen „Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy“ (CBASP) stehen belastende Beziehungserfahrungen im Fokus der Therapie.

In einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Studie verglichen Wissenschaftler der Universitätsklinik Freiburg in Zusammenarbeit mit dem UKE sowie sechs weiteren deutschen Universitätskliniken die Wirksamkeit von CBASP mit einer unterstützenden Psychotherapie (sogenannte „supportive Therapie“). Insgesamt wurden 268 Patienten mit früh begonnener chronischer Depression behandelt. Per Zufall wurden die Patienten entweder CBASP oder der supportiven Therapie zugeteilt. Die Therapie wurde als Einzeltherapie durchgeführt und dauerte ein Jahr. Antidepressive Medikamente erhielten die Patienten währenddessen nicht.

Beide Behandlungen führten zu einer deutlichen Besserung für die Patienten, sowohl was die Verminderung der depressiven Symptome als auch eine verbesserte Leistungsfähigkeit und Lebensqualität betrifft. Insgesamt zeigten Patienten, die CBASP erhielten, eine geringere Depressionsschwere sowie eine höhere selbsteingeschätzte Lebensqualität am Ende der Behandlung.

Die Ergebnisse dieser klinischen Studie wurden im Februar in JAMA Psychiatry, einem der wichtigsten psychiatrischen Fachzeitschriften, veröffentlicht.
 
Literatur:
Schramm, E., Kriston, L., Zobel, I., Bailer, J., Wambach, K., Backenstrass, M., Klein, P., Schoepf, D., Schnell, K., Gumz, A., Bausch, P., Fangmeier, T., Meister, R., Berger, M., Hautzinger M., Härter, M. (2017) Effect of disorder-specific versus non-specific psychotherapy for chronic depression: A randomized clinical trial. JAMA Psychiatry, DOI 10.1001/jamapsychiatry.2016.3880.

Pressekontakt

PD Dr. Jörg Dirmaier
Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie, UKE

Martinistr. 52
20246 Hamburg
Telefon: +49 (0) 40 7410 59137

presse@psychenet.de

Starke Bündnisse
Sitemap

Teilnehmer:innen für Online-Studie gesucht

Das Forschungsprojekt CHIMPS-NET zielt auf die Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit psychisch erkranktem Elternteil ab.

Im Rahmen der Studie soll zudem die Internetseite www.chimpsnet.org weiterentwickelt werden. Auf dieser werden Informationen zu relevanten Themen für betroffene Familien verfügbar gemacht. Um herauszufinden welche Informationsbedarfe wir abbilden sollen, benötigen wir die Mithilfe von betroffenen Eltern oder erwachsenen Kindern (ab 18 Jahre) mit psychisch erkranktem Elternteil!

Unter folgendem Link können Sie an der Studie teilnehmen, sie dauert in etwa 8-20 Minuten:

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.