Ab dem 1. Juli 2020 kann die Systemische Therapie zur Behandlung von Erwachsenen in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung abgerechnet werden. Damit ergänzt das Verfahren die drei bisher zugelassenen Verfahren, die beiden psychodynamischen Verfahren (Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie) und die Verhaltenstherapie. 

Die Systemische Therapie fokussiert sich bei der Behandlung von psychischen Erkrankungen weniger auf das Individuum, sondern auf die Systemumwelt des Einzelnen. Somit werden soziale Beziehungen und Interaktionen innerhalb von Familie oder Gruppen analysiert und bearbeitet. Dabei werden in die Therapie häufig wichtige Bezugspersonen wie Eltern, Partner oder ganze Familien mit in die Behandlung einbezogen (sog. Mehrpersonensetting).

Aufgrund der Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 in Deutschland haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen darauf geeinigt, Sonderregelungen zur Videobehandlung und Gruppenpsychotherapie einzuführen. Diese Regelungen wurde nun bis zum 30. September 2020 verlängert. Darüber hinaus kann genehmigte Gruppentherapie nun unbürokratisch als Einzeltherapie durchgeführt werden.

Die Begrenzung für die Videobehandlung wird gelockert, somit können Psychotherapeut*innen jetzt mehr als 20% ihrer Behandlungen per Videobehandlung durchführen. Des Weiteren einigten sich die Verbände darauf, dass die psychotherapeutische Sprechstunde und probatorische Sitzungen in Ausnahmefällen, wenn einer Praxisbesuch nicht zumutbar ist, z.B. bei Quarantäne, auch bei neuen Patient*innen per Video durchgeführt werden kann. Weiterhin ungeklärt bleibt die Frage nach Akutbehandlung per Video. 

Auch in diesem Sommersemester findet der Vorlesungsreihe "Anthropologische Psychiatrie" statt; diesmal unter dem Thema "Soziale Not und seelische Gesundheit". Die Vorlesungsreihe ist für alle zugänglich und wird in der Corona-Pandemie als „Lecture2go“ von der Universität angeboten. 

Die Videos sind unter dem folgenden Link zu finden: https://lecture2go.uni-hamburg.de/l2go/-/get/l/5556

Zum aktuellen Termin (23. Juni): „Eigensinn und Psychose – 40 Jahre lang - Soziale Not und seelische Gesundheit" - Prof. Dr. Thomas Bock und Darja Simon - Universität Hamburg

Die Webseite https://www.carefamnet.org/ soll über wichtige Themen zu seelischen und sozialen Belastungen und Anforderungen im Zusammenhang mit einer Seltenen Erkrankung eines Kindes informieren. Um herauszufinden, welche Informationen aus Sicht von betroffenen Familien für solch eine Webseite wichtig sind, können aktuell Eltern, Geschwisterkinder und anderen Verwandte von Kindern mit Seltenen Erkrankungen an der anonymen Online-Befragung teilnehmen. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert ca. 15-20 Minuten. Unter dem Link https://www.limesurvey.uni-hamburg.de/index.php/738225?lang=de gelangt man direkt zur Befragung. Dort finden sich weitere Informationen.  

Die Webseite www.corona-und-du.info hilft Kindern und Jugendlichen psychisch gesund durch die Corona-Krise zu kommen. Neben Eltern sind vor allem auch Kinder und Jugendliche selber von den Schließungen der Kitas, Schulen, Spielplätze und Sportvereine betroffen. Allerdings wurden die Folgen der Corona-Krise bei Kindern und Jugendlichen lange Zeit nur wenig berücksichtigt.

Die neue Webseite informiert und zeigt Auswege für die Sorgen und Nöte, welche im Zusammenhang mit der Corona-Krise bei Kindern und Jugendlichen entstehen können. Die Webseite ist in altersgerechter Sprache erstellt und gibt Ratschläge zu verschiedensten Themen (z.B. „Move it! Warum Sport und Bewegung jetzt besonders wichtig sind“). 

Pressekontakt

PD Dr. Jörg Dirmaier
Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie, UKE

Martinistr. 52
20246 Hamburg
Telefon: +49 (0) 40 7410 59137

presse@psychenet.de

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