Befragungsteilnehmer*innen des Barmer Ärztereports 2020 zeigen sich größtenteils zufrieden mit der psychotherapeutischen Behandlung. Etwa 80% der Patient*innen gaben an mit der therapeutischen Behandlung insgesamt „vollkommen zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ zu sein. Ähnlich hohe Zustimmungswerte finden sich für die Informationsvermittlung innerhalb der Therapie. 

Des Weiteren gaben 2/3 der Patienten*innen an, mit dem Ergebnis der Therapie zufrieden zu sein. 25% waren zusätzlich „teils, teils“ zufrieden und nur 8% „weniger zufrieden“ oder „unzufrieden“ mit dem Ergebnis der psychotherapeutischen Behandlung. Dies sei nicht verwunderlich, so Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK): „Nicht alle Erkrankungen, seien es psychische oder körperliche, sind so behandelbar, dass die Patient*innen keine Beschwerden mehr haben. Daher sind diese Patient*innen auch nicht zu 100 Prozent mit ihrer Behandlung zufrieden.“ 

Im Rahmen des Projekts 4E des Instituts und Poliklinik für Medizinische Psychologie am UKE soll Wissen zu Suizidalität verbessert und Stigmatisierung von Suizidalität abgebaut werden. Hierzu wurde das Online-Programm „8 Leben – Erfahrungsberichte und Wissenswertes zum Thema Suizid“ entwickelt. Das Programm zur Suizidprävention enthält u.a. Video-Erfahrungsberichte von Betroffenen, die selbst in der Vergangenheit suizidal waren und Personen, die jemanden durch Suizid verloren haben, Informationsmaterial zum Thema Suizidalität und individuell auf die Teilnehmenden angepasste Bereiche mit verschiedenen Strategien zum Umgang mit Suizidalität.

Das Programm richtet sich an Personen, die Suizidgedanken haben oder hatten, einen Suizidversuch in der Vergangenheit gemacht haben, Angehörige, die jemanden durch Suizid verloren haben oder sich um jemanden sorgen sowie an Personen, die mehr über das Thema „Suizidalität“ erfahren möchten.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) hat zusammen mit der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) Informationsbroschüren zu folgenden Themenschwerpunkten überarbeitet: 1) Betroffene mit psychischen Erkrankungen im höheren Alter, 2) Psychosoziale Belastungen von pflegenden Angehörigen älterer Menschen. 

Die Informationsbroschüre „Wenn die Seele krank ist – Psychotherapie im höheren Lebensalter“ richtet sich an Betroffene und gibt einen Überblick über die häufigsten psychischen Erkrankungen sowie deren Behandlungsmöglichkeiten. Ziel ist es, ältere Menschen zu ermutigen, sich bei Bedarf professionelle Unterstützung zu suchen.

Der Versorgungsbericht der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF) hat festgestellt, dass starke Lücken in der Versorgung psychisch kranker Flüchtlinge bestehen. So werden Psychosoziale Zentren stärker denn je für Beratung und Hilfe von geflüchteten Menschen angefragt, jedoch kann der Bedarf bei Weitem nicht gedeckt werden. 

Dies hat zur Folge, dass Geflüchtete im Vergleich zum Vorjahr länger (die Wartezeit hat sich um etwa ein Drittel erhöht) auf einen Platz in einem Psychosozialen Zentrum warten müssen. Auch Die Wartezeit auf einen Therapieplatz ist in den letzten Jahren auf durchschnittlich 7,3 Monate gestiegen. 

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 22. November 2019 einstimmig beschlossen, dass die Systemische Therapie als weiteres Psychotherapieverfahren für Erwachsenen nun eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen in der ambulanten Versorgung wird. Damit ergänzt das Verfahren die drei bisher zugelassenen Verfahren, die beiden psychodynamischen Verfahren (Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie) und die Verhaltenstherapie. Sie kann somit regulär bei dem Besuch einer ambulanten Psychotherapie abgerechnet werden.

Pressekontakt

PD Dr. Jörg Dirmaier
Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie, UKE

Martinistr. 52
20246 Hamburg
Telefon: +49 (0) 40 7410 59137

presse@psychenet.de

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Neues Programm "8 Leben": Jetzt mitmachen!

Neues Programm „8 Leben – Erfahrungsberichte und Wissenswertes zum Thema Suizid“ ist ab sofort online. Fast jede*r kennt jemanden, der durch Suizid verstorben ist. Viele Menschen haben oder hatten Suizidgedanken, aber sprechen nicht darüber. Sie können uns helfen, das zu ändern. Wir möchten wissen, welche Erfahrungen Sie mit dem Thema Suizid gemacht haben.

Das Online-Programm „8 Leben“ richtet sich an Personen ab 18 Jahren mit unterschiedlichen Erfahrungen mit Suizidalität und Personen, die mehr über das Thema „Suizidalität“ erfahren möchten. Informieren Sie sich und machen Sie mit: Startseite „8 Leben“. Die Teilnahme erfolgt online, ist anonym und kostenlos.

Bitte beachten Sie, dass die Teilnahme an diesem Online-Programm in einer akuten (suizidalen) Krisensituation in keiner Weise eine persönliche Betreuung ersetzt.

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