Seit dem 6.10. sind die ersten Gesundheits-Apps zugelassen, die von Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen verordnet werden können. Sie sind im staatlichen Verzeichnis geprüfter Gesundheits-Apps (https://diga.bfarm.de) aufgeführt. 

Es können Gesundheits-Apps verordnet werden, die...

  • Helfen Krankheiten zu erkennen, zu behandeln oder zu lindern
  • Helfen Krankheiten zu überwachen oder mit Behinderungen im Alltag besser zurechtzukommen 
  • Gleichzeitig von Patient*innen und Behandler*innen genutzt werden
  • Für Smartphones, Tablets oder Browser-Anwendungen für PC und Laptop erstellt worden sind 

Es können keine Gesundheits-Apps verordnet werden, die gesunden Menschen helfen Krankheiten vorzubeugen. 

Auch ist wichtig zu wissen, dass sie nicht den persönlichen Kontakt zu Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen ersetzen, sondern lediglich eine sinnvolle Unterstützung und Ergänzung bestehender Angebote darstellen.  

Die Webseite Psycho-Check thematisiert die Wichtigkeit der Früherkennung psychischer Erkrankungen und veranschaulicht anhand einer Landkarte, wo sich Früherkennungszentren und Behandlungsangebote in Deutschland finden lassen. 

Die Webseite richtet sich vorwiegend an junge Erwachsene, aber auch an Ältere, denen Veränderungen am eigenen Empfinden und Verhalten auffallen.

Des Weiteren wird ein Schnell-Check mit Fragen angeboten, die mit "Ja" oder "Nein" zu beantworten sind. Sollte eine oder mehrere Fragen mit "Ja" beantwortet werden, wird empfohlen, Kontakt zu einem Früherkennungszentrum aufzunehmen. Dies bedeutet aber noch nicht, dass eine psychische Erkrankung tatsächlich vorliegt. Dort kann aber in einem Gespräch mit Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen festgestellt werden, ob eine psychische Erkrankung vorliegt oder ausgeschlossen werden kann. 

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) thematisiert in einem aktuellen Bericht die derzeitige Forschungslage zu psychischen Belastungen, die durch die Corona-Pandemie entstehen können und stellt darüber hinaus Forderungen, um psychischen Beanspruchungen und Erkrankungen während der Pandemie entgegenzuwirken und vorzubeugen. 

Beginnend mit Kontakt- und Ausgehbeschränkungen fielen bereits am Anfang der Pandemie wichtige psychisch stärkende Faktoren weg. Daneben beanspruchen allgemeine und grundlegende Verunsicherung, sowie Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus, die Psyche maßgeblich.

Diese psychischen Belastungen können Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, akute und posttraumatische Belastungsstörungen, Zwangsstörungen, Psychosen und Suchterkrankungen bedingen. 

Aufgrund der andauernden Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 in Deutschland, haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen darauf geeinigt, die bereits eigeführten Sonderregelungen zur Videobehandlung und Gruppenpsychotherapie bis zum 31. Dezember 2020 zu verlängern.

Weiterhin können psychotherapeutische Videositzungen ohne Obergrenze angeboten werden. Neben Einzeltherapiesitzungen gilt dies auch für die Psychotherapeutische Sprechstunde und probatorische Sitzungen per Video.

Des Weiteren können Gruppenpsychotherapien bis Ende Dezember in Einzelpsychotherapien umgewandelt werden – ohne dass über eine einmalige formlose Anzeige an die Krankenkasse hinaus eine Begutachtung oder gesonderte Antragstellung bei der Krankenkasse erfolgen muss.

Auf dem Gesundheitsportal https://gesund.bund.de finden Bürger*innen neuerdings geprüfte Informationen über häufige Krankheiten sowie zu Vorsorge- und Pflegethemen. Über den Suchdienst ist es möglich nach Stichwörtern oder ICD-10-Codes zu suchen und sich über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Hier gibt es auch einen speziellen Bereich zu psychischen Erkrankungen

Außerdem bietet das Portal Beiträge zu Themen wie gesund leben, Pflege und Gesundheit Digital. Weiterhin ist eine Arzt- und Krankenhaussuche sowie die wichtigsten Notrufnummern integriert.

Pressekontakt

PD Dr. Jörg Dirmaier
Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie, UKE

Martinistr. 52
20246 Hamburg
Telefon: +49 (0) 40 7410 59137

presse@psychenet.de

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